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Newsticker

Reiseberichte aus Nepal

 

April 2017

Namaste und Tashidelek,

unsere Schülergruppe (17 Schüler/innen), begleitet von drei Lehrkräften und einer Medizinstudentin (ehem. Schülerin), ist nach ihrer dreiwöchigen Nepal-Exkursion wieder wohlbehalten zurück.

Über die vielfältigen Eindrücke und großartigen Erlebnisse und Erfahrungen werden die Schüler an ihrem Vortragsabend am Mittwoch, 21.06.2017 ab 19:00 Uhr in der Mensa berichten. Jetzt müssen aber zunächst Film- und Fotoaufnahmen gesichtet und sortiert werden. 

 

Namaste und Dhanyabad 

 

 

November 2016

Namaste und Tashidelek,
nachdem wir letztes Jahr unser Abitur am Gymnasium Geretsried gemacht
haben, machten wir uns im September auf den Weg nach Nepal, um dort
für 3 Monate an der im traumhaften Annapurna Gebirge liegenden
Lophelling Schule zu leben. Hier ist es wahnsinnig schön, wir erleben
sehr viel und sind glücklich, den spannenden Alltag in dieser doch
völlig anderen Welt kennen lernen zu dürfen. Unsere Aufgabe als
Volunteers ist es, in der 1., 2., 3. Klasse und im Upper Kindergarten
HSU und Social Class zu unterrichten, für die Kinder da zu sein, wann
immer sie uns brauchen, und da zu helfen, wo es nötig ist, wie zum
Beispiel in der Küche. Während unserer Zeit hier, war es uns möglich,
auch einige Ausflüge zu machen und die wundervolle Umgebung der
Lophelling Schule besser kennen zu lernen.


Die überaus lieben Kinder sind uns mittlerweile schon so ans Herz
gewachsen, dass wir jetzt schon Angst vor dem immer näher rückenden
Abschied in zwei Wochen haben
Ein kleiner Trost für uns ist es jedoch, dass nicht nur wir, sondern
auch Kinder und Personal die Schule für die drei monatigen
Winterferien verlassen müssen, da es während dieser Jahreszeit sehr
kalt ist.
Außerdem ist die Zeit hier in Nepal für uns noch nicht zu Ende, da wir
drei weitere Monate im Rangeen Home, einem Kinderheim in Pokhara
verbringen werden.


Viele Grüße aus diesem beeindruckenden Land,
Veronika Fellner und Carolina Melf

 

Oktober 2015

Benedikt Schmölz und Lukas Geß (ehemaliger Schüler unseres Gymnasiums) sind Ende Oktober gut an der Lophelling Schule im Manangtal in Nepal angekommen. Sie werden im Lauf der nächsten 2 bis 3 Wochen die neue
Warmwasseranlage für die Lophelling Schule installieren, die mit Spendengeldern vom GymGer mitfinanziert wird. Der Kollektor steht bereits auf dem Schuldach.

Leider erschwert aktueller Schneefall die Installation der Anlage. Die Wettersituation sollte jedoch kein wirkliches Problem darstellen, da genug Zeitpuffer eingeplant wurde.

 

 

April 2014

Alle sind gesund und reich an Eindrücken und Erfahrungen zurück! 

 

 

 

April 2012

Unsere zweite Nepal-Reise ist beendet. Gesund und mit vielen Eindrücken ist unsere Reisegruppe aus Schülern/-innen und Lehrern zurückgekehrt und wird uns an einem Nepal-Abend über den Stand an unserer Partnerschule im oberen Manang-Tal informieren. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

April 2009

Solarzellen und Faxpapier im Rucksack

Reisegruppe des Gymnasiums Geretsried besucht neue Partnerschule in Nepal

Das Gymnasium Geretsried unterstützt seit dem Schuljahr 2008/09 mit seinem Sozialprojekt die Lophelling School im Manangtal, Nepal. Das Internat für tibetanische Flüchtlingskinder wurde vor 11 Jahren von der Nepal-Initiative Schongau aufgebaut und seither gefördert. Momentan besuchen etwa 80 Kinder im Altern von 5 bis 12 Jahren die Schule. Ziel der Reise war es, persönlichen Kontakt mit den Schülern und Lehrern in Nepal zu knüpfen, Spendenmaterial zu überreichen und über die künftige Zusammenarbeit der Schulen zu beraten.

„In welchen Sack kommt das hier?“ Fragend hält eine Schülerin einen dick wattierten Anorak in die Höhe. „Anoraks und Hosen hierher, Schuhe in den zweiten Sack und Schulutensilien, Bälle und Legosteine in den dritten.“ Seit Tagen herrscht emsiges Treiben im Direktoratszimmer von Herrn Dr. Deger, das kurzerhand in ein Sammellager für das Spendenmaterial für die Partnerschule umgewandelt wurde. „Ich musste über Berge von Plastiktüten und Kisten steigen, um überhaupt noch an meinen Schreibtisch zu gelangen“, beschreibt Dr. Deger die Situation kurz vor den Osterferien. Da soviel Material und Briefe zusammen gekommen waren, wurden aus den drei vorgesehenen Seesäcken Übergepäck vier und die elf Teilnehmer der Reisegruppe hatten in ihrem persönlichen Gepäck auch noch das ein oder andere Päckchen mit Solarzellen, Druckerpatronen und Faxpapier zu verstauen.

Trekkingtour auf 3500 m

Schwer bepackt trat die 11-köpfige Gruppe also ihre weite Reise an. Angekommen in der Hauptstadt Kathmandu wurde das Gepäck verladen und in einer ganztägigen holperigen Busfahrt in das 150 km entfernte Besisahar gebracht. Von dort aus ging es dann zu Fuß weiter. Neun Träger halfen das Spendenmaterial und das übrige Gepäck zu transportieren. Auf dem sechstägigen kräftezehrenden Fußmarsch immer entlang des Marsyangdi-Flusses durchwanderte die Reisegruppe die verschiedenen Höhenstufen des Himalaya: In der subtropischen Zone, die hier bis rund 1000 m reicht, säumen Bananenstauden, Papayabäume und Reisterrassen den Pfad. Nach und nach wird der Reis von Getreide, Mais, Kartoffeln und Gemüse abgelöst, was ebenfalls auf Terrassen kultiviert wird, und zusammen die Nahrungsgrundlage der Landbevölkerung bildet. Bis weit auf 3000 m hinauf wird im Manangtal Ackerbau betrieben - ohne Maschinen natürlich, denn das Tal ist nur zu Fuß zu erreichen. Das bedeutet, dass alles, was die Menschen oben im Tal benötigen, hoch getragen werden muss: Da begegnet einem schon mal ein Mann, der eine 400 l fassende schwarze Plastiktonne auf seinem Rücken schleppt, um es auf dem Dach seiner Hütte aufzustellen und das dort gespeicherte Wasser von der Sonne aufwärmen zu lassen. Einen Warmwasseranschluss gibt es in den Dörfern nämlich nicht – oft nicht einmal fließend kaltes Wasser. Zum Trinken, Kochen und Waschen muss also Wasser in Kanistern vom Dorfbrunnen geholt werden oder es wird dort gleich per Hand Kleidung gewaschen, abgespült oder „geduscht“. Wasser gibt es genügend im Manangtal, das von der 8000er Gruppe des Anapurnamassivs im Süden und der Gruppe im Norden eingeschlossen wird. Doch sauber ist dieses Wasser nicht, denn die Abwässer gehen ungeklärt in die unzähligen Bäche und Quellen. So kommt es, dass das Wasser Nepals so schmutzig ist wie sonst kaum auf der Welt und mit Bakterien und Viren verunreinigt ist. Vor allem Kinder, Alte und kranke Menschen macht das zu schaffen, denn das schlechte Wasser löst häufig heftige Magen-Darm-Erkrankungen aus, die wegen fehlender Medikamente meist unbehandelt bleiben und zu den häufigsten Todesursachen zählt. Auch eine Blinddarmentzündung verläuft tödlich, denn zu Fuß ist man mehrere Tag unterwegs bis zum nächsten Krankenhaus. Auf dem Gelände der Lophelling School steht seit kurzem auch einen kleine Krankenstation, die von einer Krankenschwester geführt wird. Dort können kranke Schüler und Bewohner des Tals behandelt werden – so fern die entsprechenden Medikamente vorhanden sind.
Die Gruppe erreicht endlich ihr Ziel: die 3500 m hoch gelegene Lophelling School im oberen Manangtal.

Nur jede(r) zweite kann Lesen und Schreiben

„...ei ei jippi jippi ei“, klingt es über den staubigen Sportplatz im Schatten der 8000 m hohen Schneeberge. Im Schlepptau der 80 trällernden nepalesischen Schüler sind die elf europäischen Gäste. Ihnen bleibt kaum Zeit in der dünnen Höhenluft eine Atempause einzulegen, denn die Schüler im Alter zwischen 5 und 12 Jahren fordern sie im Abklatschreim, Fußballmatch, Basketball und Kästchenhüpfen. So quirlig und ausgelassen auf dem Gelände um die Schule herum gespielt und gesungen wird, so diszipliniert und konzentriert zeigen sich die jungen Schüler während der Schulstunden.

 

„Einen sehr fundierten und auf hohem Niveau geführten Unterricht“, so Dr. Hermann Deger, „haben wir dort gesehen. Wir waren alle beeindruckt von der Qualität der Schule, den qualifizierten Lehrkräften und den aufgeweckten interessierten Schülern!“ Fünf Jahre lang können die Kinder hier die Schule besuchen, um Lesen und Schreiben zu lernen. Im ländlichen Nepal ist dies allerdings nicht die Regel, denn die Kinder werden früh in die häusliche Arbeit eingebunden: Sie müssen Tiere hüten, Wasser holen, Grünfutter und Feuerholz sammeln und sich um jüngere Geschwister kümmern. Zudem können viele Familien das Geld für die Schulgebühren, die Schuluniform, Bücher und Stifte nicht aufbringen und beenden die kaum begonnene Ausbildung wieder. Das hat zur Folge, dass nach offiziellen Angaben nur knapp 50 Prozent aller Nepali lesen und schreiben können. 

Aufstehen mit der Sonne

Der Tag der Schulkinder beginnt um 05:50 Uhr mit Yoga und Morgengebeten, anschließend wird zusammen im Hauptgebäude gefrühstückt. Ab 08:00 Uhr findet Unterricht in den Fächern tibetische Sprache und Kultur, Englisch und Mathematik statt. Die fünf sehr spartanisch ausgestatteten Zimmer in der Größenordnung von 20 m2 dienen als Klassenräume und bieten Platz für je 14 bis 18 Schüler, die dicht gedrängt auf Holzbänken sitzen und eifrig mitarbeiten.


Buiskuits und braunes Brausewasser
Doch ist endlich Pause, so stürmen auch hier die Schulkinder hinaus ins Freie zum Toben und feilschen am Schulkiosk, der von den Schülern selbst betrieben wird. Etwas oberhalb der Schule, so verrät eine Schülerin, gibt’s noch einen zweiten Kiosk. Er liegt an der Trekkingroute, die jährlich viele Bergsteiger passieren auf ihrer Tour um das Annapurnamassiv. Dort gibt es westliche Süßigkeiten – und das braune Kribbel-Brausewasser. „Davon trinkt unsere Nanny viel zu viel!“, scherzen die Mädchen und drängen schon wieder weiter, denn die nächsten Unterrichtsstunden beginnen gleich. Die Kleinsten unter den Schülern besuchen in zwei Gruppen eine Art Vorschule und lernen dort spielerisch schreiben, lesen und rechnen. Die drei anderen Schulklassen bauen chronologisch aufeinander auf und am Ende der dritten Klasse verlassen die Schüler die Lophelling School um zu ihren Eltern, die meist ein oder zwei Tagesmärsche entfernt in kleinen Bergdörfern leben, zurück zu kehren oder im besten Fall eine weiterführende Schule im Tal von Kathmandu zu besuchen. 

Essen mit den Fingern erlaubt

Mittags um 12:00 Uhr versammeln sich alle im Hauptgebäude, nachdem sie ganz selbstverständlich die Hände draußen am offenen Waschplatz gewaschen haben. Die Jüngeren setzen sich auf die Bodenmatten und warten bis einige der älteren Schüler ihnen das Essen serviert haben. Plötzlich heben alle ihre gefüllte Essensschale über den Kopf und singen. „Das war ein ohrenbetäubender Singsang! Mit soviel Enthusiasmus und Überzeugung habe ich noch nie Schüler beten gehört“, erinnert sich Lukas, der einzige Schüler, der die Reisegruppe begleitete. So rasch die Schälchen über den Köpfen waren, so schnell nahmen sie die Kinder unter den Tisch um zu essen. „Ein sehr ungewöhnlicher Anblick für uns und ich wunderte mich anfangs sehr. Genau so wie darüber, dass hier mit den Fingern gegessen wird.“, erinnert sich Frau Reil, Lehrerin am Gymnasium. 

Yoga und Meditation bei Sonnenuntergang

Der Nachmittag bringt wieder Unterricht und zwei Stunden „self studies“, in denen die Schüler selbstständig lernen. Vor dem gemeinsamen Abendessen bleibt aber auch noch genügend Zeit um auf dem großen Platz um die Schule Fußball oder Basketball zu spielen. Der Tag endet mit dem Sonnenuntergang gegen 19:00 Uhr. Die Kinder üben noch eine halbe Stunde Yoga und beten, um 20:00 Uhr ist dann Bettruhe und die Kinder liegen in den drei Schlafräumen für Jungs, die jüngeren und älteren Mädchen dicht an dicht in ihren Stockbetten. Viel Raum für Persönliches bleibt in den kleinen Zimmern nicht – an den Wänden hängen einige selbst gemalte Bilder und europäische Poster. 

Armes, reiches Nepal

Als wir uns schließlich wieder von den Schülern, ihren Lehrern und Betreuern verabschieden müssen, wird uns bewusst, was für einen einmaligen Ort wir hier oben in den Bergen Nepals besuchen durften. „Die unendlich friedvolle Stille in diesem Tal hat mich stark beeindruckt und mir bewusst gemacht, mit welchen akustischen und visuellen Reizen unser Alltag überschüttet ist!“, berichtet Katja Reil, Lehrerin am Gymnasium. „Die Menschen in Nepal sind trotz aller Entbehrungen fröhlich und zufrieden - sie sind in meinen Augen reich.“